Am 21. August traf ich im Sofitel Hotel München im Rahmen der Player Media Tour einige der bekanntesten deutschen NHL-Stars. Die NHL (National Hockey League) gilt als die bedeutendste Eishockey-Liga der Welt. Bei entspannter Atmosphäre hatte ich die Gelegenheit, mit sechs deutschen NHL-Spielern über verschiedene Lifestyle-Themen abseits des Eises zu sprechen.
Leon Draisaitl (Edmonton Oilers)
Ein besonderes Thema im Gespräch mit Leon Draisaitl war die Ankündigung, dass die Edmonton Oilers in der Saison 2027/28 für vier Spiele nach Köln kommen werden. Für den gebürtigen Kölner ist das ein echter Traum, wie er erzählte – vor seiner Familie und seinen Freunden zwei reguläre Saisonspiele in seiner Heimatstadt bestreiten zu dürfen, sei etwas ganz Besonderes, das nicht jedes Jahr passiert. Rückblickend werde dieses Ereignis für ihn ganz oben auf der Liste seiner Karrierehighlights stehen, und er freue sich schon jetzt darauf, diesen Moment in vollen Zügen zu genießen.
Auch privat gab Draisaitl Einblicke: Sein Hund Bowie ist meist mit von der Partie, wenn die Reisen innerhalb Nordamerikas gehen – etwa wenn es nach den Spielen in Edmonton weiter nach Toronto geht. Nur bei längeren Europa-Trips, wie einem zweiwöchigen Aufenthalt, bleibt Bowie zu Hause und wird dann von den Schwiegereltern betreut. Draisaitl fügte lachend hinzu, dass Bowie trotzdem regelmäßig mit im Bett schläft und auch gerne mal etwas vom Esstisch abbekommt – etwas, das er dem Vierbeiner aber gerne durchgehen lässt.

FOTO: Leon Draisaitl freut sich auf die Oilers-Spiele 2027/28 in seiner Heimatstadt Köln
Moritz Seider (Detroit Red Wings)
Mit Moritz Seider sprach ich unter anderem über seine Freizeitbeschäftigungen abseits des Eises – früher soll er ja gerne mal eine Runde gepokert oder gezockt haben. Heute sieht das anders aus, wie er verriet: Poker komme nur noch selten vor, allenfalls auf langen Flügen bei ausgedehnten Roadtrips der Mannschaft gönne man sich mal eine Partie. Seine PlayStation habe er dagegen schon lange nicht mehr angerührt – wo das Gerät überhaupt abgeblieben ist, wisse er gar nicht mehr genau. Für ihn sei das ein Zeichen, dass man aus solchen Dingen irgendwann herauswächst.
Ein Spiel könnte ihn allerdings reizen, wieder einzusteigen: der lang erwartete Nachfolger von GTA 5. Sollte GTA 6 tatsächlich erscheinen, würde er sich dafür sogar eine neue Konsole zulegen. Auf die Frage, ob er dann pünktlich zum NHL-Spiel am 19. November erscheinen würde, scherzte Seider, dass man ihn an diesem Tag wohl eher nach dem NHL-Spiel in seinem Keller vor dem Bildschirm finden würde. Schließlich sei GTA 5 seinerzeit das größte Spiel überhaupt gewesen – und der Nachfolger werde schon seit rund sechs Jahren angekündigt, worauf die Fans ungeduldig hinfiebern würden.

Foto: Moritz Seider verrät: Für GTA 6 würde er sich sofort wieder eine PlayStation kaufen.
JJ Peterka (Boston Bruins)
Auch für JJ Peterka, der gebürtig aus München stammt, steht ein besonderes Heimspiel bevor: In der Saison 2027/28 kommt sein neues Team, die Boston Bruins, für zwei Spiele in seine Heimatstadt. Die Nachricht habe ihn riesig gefreut, erzählte Peterka – schon vor zwei Jahren war er mit Buffalo bei der Eröffnung des SAP Gartens in München zu Gast, und vor seiner Familie und seinen Freunden vor der heimischen Kurve zu spielen, sei für ihn stets etwas Besonderes. Dass es diesmal sogar zwei NHL-Spiele werden, freue ihn nicht nur persönlich, sondern sei auch ein Geschenk an die Münchner Fans, die den Standort schon lange unterstützen und nun live gleich zwei NHL-Partien erleben können.
Beim Thema Lifestyle-Luxus wurde schnell klar, dass es für Peterka weniger um Mode, Reisen oder Ausschlafen geht, sondern vor allem um Zeit mit Familie und Freunden. Den Sommer zu Hause in München genieße er besonders intensiv, zumal ihn auch unterwegs immer wieder Freunde besuchen – sei es in Utah oder zuvor in Buffalo. Diesen Kontakt zu Weggefährten, die er teils seit 15 Jahren kennt und mit denen er als Kind draußen Eishockey gespielt oder Schlittschuh gelaufen ist, zu pflegen, sei ihm besonders wichtig – solche langjährigen Freundschaften seien für ihn von unschätzbarem Wert.

Foto: JJ Peterka freut sich auf zwei Bruins-Heimspiele in seiner Geburtsstadt München.
Philipp Grubauer (Seattle Kraken)
Philipp Grubauer ist leidenschaftlicher Reiter und besitzt ein eigenes Pferd – ein Hobby, das ihm den nötigen Ausgleich zum Eisstadion verschafft. Im Stall gehe es vor allem um Ruhe, erklärte er: Da ein Pferd innerhalb der Herde die Herzfrequenz der anderen Tiere übernimmt, überträgt sich auch die eigene Nervosität sofort auf das Tier. Deshalb sei der Stall für ihn ein Ort der absoluten Gelassenheit, egal ob beim Ausmisten oder bei der Fütterung. Die Zeit mit seinem Pferd oder auch mit seinem Hund in der Natur gebe ihm viel Kraft und helfe ihm, vom Alltag abzuschalten.
Auch beim Thema Mode und Auftreten zeigte sich Grubauer aufgeschlossen: Er begrüße es sehr, dass sich die NHL vom klassischen Anzug-Dresscode gelöst habe. Dadurch könnten Spieler ihren eigenen Stil zeigen, was auch neue Möglichkeiten für Modelabels und Kollaborationen mit Athleten eröffne.
Nach seiner Vorstellung eines perfekten Abends mit Freunden gefragt, brauchte Grubauer nicht lange zu überlegen: Ein kühles Bier, gutes Essen und eine entspannte Stimmung in guter Gesellschaft – mehr brauche es für ihn nicht.

Foto: Philipp Grubauer über seine Leidenschaft fürs Reiten als Ausgleich zum Eishockey.
Nico Sturm (Minnesota Wild)
Für Nico Sturm bedeutet Luxus etwas ganz anderes als schnelle Autos oder Privatjets. Ihm gehe es vielmehr darum, sich das leisten zu können, was er möchte, ohne dabei ständig dem Neuesten oder Teuersten hinterherzujagen. Viel wichtiger sei ihm, seinen sportlichen Erfolg mit den Menschen zu teilen, die ihm am wichtigsten sind – seiner Familie und seinen engsten Freunden.
Ein fester Bestandteil davon ist ein jährlicher Sommertrip mit seinen beiden besten Freunden aus Augsburg, mit denen er schon seit langer Zeit verbunden ist. Da man sich während der Saison ohnehin selten sehe, sei diese gemeinsame Zeit umso wertvoller. In den vergangenen Jahren ging es dabei unter anderem in die Karibik und nach Griechenland – zwei Wochen, in denen er komplett abschalten, die Seele baumeln lassen und bei ein paar Cocktails oder Bier den Kopf vom Eishockey freibekommen könne. Diese Reisen zählten für ihn zu den schönsten Momenten des Jahres, und dass er sie sich leisten und mit seinen engsten Freunden teilen kann, mache für ihn den eigentlichen Luxus aus.

Foto: Nico Sturm über seinen größten Luxus: Zeit mit Freunden aus Augsburg in der Karibik.
Tim Stützle (Ottawa Senators)
Auch bei Tim Stützle drehte sich das Gespräch um seinen privaten Alltag, und ein perfekter freier Tag sieht bei ihm angenehm bodenständig aus: Ausschlafen steht ganz oben, danach geht es zur Behandlung in die Arena – Kältebecken, Sauna und ein kleines Workout auf dem Fahrrad gehören für ihn zur festen Routine. Anschließend zieht es ihn zurück nach Hause auf die Couch, am liebsten an einem freien Sonntag, an dem er Football oder andere Sportarten verfolgt, bevor der Tag entspannt mit einem Abendessen ausklingt.
Beim Thema Mode gab sich Stützle ebenfalls unkompliziert: Zu Hause greife er gerne zu Jogginghose und bequemer Kleidung, während er außerhalb schon etwas mehr auf ein stimmiges, farblich abgestimmtes Outfit achte. Früher habe er deutlich mehr Wert auf Designerstücke gelegt, mittlerweile sei ihm das aber weniger wichtig geworden – ein paar Teile besitze er zwar noch, insgesamt sei sein Stil aber reduzierter geworden.

Foto: Tim Stützle über seinen perfekten freien Tag: ausschlafen, Couch und Football schauen.
Wir sind natürlich sehr stolz auf unsere deutschen NHL-Jungs – und wer sie einmal live erleben möchte, bekommt dazu schon bald die Gelegenheit. Tim Stützle kommt im Dezember 2026 mit den Ottawa Senators nach Düsseldorf und trifft dort auf die Chicago Blackhawks. Leon Draisaitl gastiert in der Saison 2027/28 mit den Edmonton Oilers in Köln, und JJ Peterka kommt mit seinem neuen Team, den Boston Bruins, ebenfalls in der Saison 2027/28 nach München.
Let's get ready to... Puck drop!
Interview und Autor: Markus Hofmann I VÖ: Tabula Rasa Magazin