Man kennt die Formel, man kennt das Gesicht mit der wilden Mähne und der herausgestreckten Zunge – aber die Stadt, in der alles begann, kennen die wenigsten. Ulm, mittelalterliche Silhouette am Donauufer, Heimat des mit 161,53 Metern zweithöchsten Kirchturms der Welt – seit die Sagrada Família in Barcelona den135- jährigen Rekord des Ulmer Münsters übertroffen hat –, ist der Geburtsort von Albert Einstein, dem wohl berühmtesten Wissenschaftler aller Zeiten. Und ausgerechnet hier, zwischen Fachwerk und Fischerviertel, soll nun ein Bau entstehen, der so kühn ist wie die Theorien, denen er gewidmet ist: das Albert Einstein Discovery Center.
Der Entwurf von Stararchitekt Daniel Libeskind, der schon dem One World Trade Center seine Handschrift gab, verspricht keine gewöhnliche Ausstellungshalle, sondern ein Gebäude, das Physik in Architektur übersetzt. Dahinter steht ein Verein mit mittlerweile mehr als tausend Mitgliedern, prominenten Nobelpreisträgern als Schirmherren – und einer Frau, die das Projekt seit fast einem Jahrzehnt mit Beharrlichkeit vorantreibt: Dr. Nancy Hecker-Denschlag, selbst Physikerin und Vorsitzende des Albert Einstein Discovery Center Ulm e.V.
Wir haben mit ihr über Visionen, Widerstände, Sattelpunkte und die Frage gesprochen, warum ausgerechnet jetzt der richtige Moment ist, Einstein ein Zuhause zu geben.
Markus Hofmann: Frau Dr. Hecker-Denschlag, Sie sind selbst Physikerin und leiten den Verein seit der Gründung 2016 – was war Ihr persönlicher Antrieb, sich für ein Einstein Discovery Center in Einsteins Geburtsstadt einzusetzen?
Dr. Nancy Hecker-Denschlag: Ich kam mit meinem Mann nach Ulm, der Physikprofessor an der Universität Ulm ist, und stellte schnell fest, dass Albert Einstein in seiner Geburtsstadt nicht ausreichend gewürdigt wurde. Dabei ist Einstein nicht nur genial, sondern auch eine unglaublich interessante Persönlichkeit. Als meine Söhne zur Schule gingen, wurde mir außerdem bewusst, wie wichtig frühes Lernen durch eigenes Ausprobieren ist – also echtes „Learning by doing“. Ich wollte, dass junge Menschen mehr Gelegenheiten bekommen, selbst zu experimentieren, Fragen zu stellen und Naturwissenschaft unmittelbar zu erleben. Was könnte dafür besser geeignet sein als ein Ort, der Einsteins Namen trägt? Ein Discovery Center, das Physik für alle Menschen in der Gesellschaft verständlich macht und zugleich dazu beiträgt, junge Menschen – und eigentlich uns alle – für Naturwissenschaften zu begeistern.

Foto: Treibende Kraft hinter dem Projekt: Dr. Nancy Hecker-Denschlag, selbst Physikerin, leitet als Vorsitzende das Albert Einstein Discovery Center Ulm e.V. (Foto: Juergen Hofstaetter)
MH: Ihr Verein verfolgt vier Ziele: Einstein würdigen, Wissenschaft begreifbar machen, Neugierde für Physik wecken und das Tourismusangebot Ulms ergänzen – welches davon liegt Ihnen persönlich am meisten am Herzen?
NHD: Alle vier Ziele sind mir wichtig. Ich kann keines davon hervorheben, weil sie eng miteinander verbunden sind. Gemeinsam machen sie das Discovery Center zu einem besonderen Ort für Ulm. Erst im Zusammenspiel dieser Ziele entsteht die eigentliche Stärke des Discovery Centers.
MH: Einstein war ja nicht nur Physiker, sondern auch politisch und gesellschaftlich engagiert, ein Pazifist mit Humor und einer gewissen Sturheit. Wenn man sich so lange und intensiv mit Albert Einstein beschäftigt wie Sie – was für ein Mensch war er abseits der Formeln und des ikonischen Fotos mit der herausgestreckten Zunge?
NHD: Ich habe dieses Projekt ursprünglich begonnen, weil mich Einsteins Physik fasziniert hat. Über die Jahre habe ich immer mehr über seine wissenschaftlichen Ideen und ihre Bedeutung für unsere moderne Welt gelernt – und das ist wirklich unglaublich faszinierend. Gleichzeitig habe ich mich durch die intensive Beschäftigung mit Einstein auch dem Menschen hinter den Formeln angenähert. Ich habe erfahren, wie warmherzig, witzig und direkt er in seinen Briefen sein konnte, wie zielstrebig und fleißig er gearbeitet hat und wie tief philosophisch er dachte – etwa bei der Entdeckung der Quantenmechanik. Auch seine politischen Überzeugungen, die oft nicht dem Zeitgeist oder der Mehrheitsmeinung entsprachen, zeigen, dass er den Mut hatte, unabhängig zu denken. Dazu kam seine große Liebe zur Musik. Einstein war ein außergewöhnlich vielseitiger Mensch, der Themen nicht oberflächlich, sondern sehr gründlich durchdachte. Genau deshalb können wir auch heute noch viel von ihm lernen: von seiner Neugier, seiner Ausdauer, seinem Mut zum eigenen Denken und seiner Bereitschaft, die Welt immer wieder neu zu hinterfragen.
MH: “Wenn Sie eine einzige Frage an Albert Einstein stellen könnten – welche wäre das, und warum gerade diese?“
NHD: Herr Einstein, wie können wir junge Menschen heute dazu ermutigen, mit derselben Neugier, Fantasie und Unabhängigkeit zu denken wie Sie – nicht nur in Wissenschaft und Technik, sondern auch bei den großen sozialen und gesellschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit?
MH: Über Mileva Marić, Einsteins erste Frau, die selbst Physik studierte, wird bis heute diskutiert, welchen Anteil sie an seiner Arbeit hatte. Wie ordnen Sie ihre Rolle ein, und wird sie im Discovery Center einen Platz bekommen?
NHD: Man muss sich zunächst vor Augen führen, wie außergewöhnlich Mileva Marić war: eine junge Serbien, die Ende des 19. Jahrhunderts am Polytechnikum Zürich, der heutigen ETH, Physik studierte. Allein dieser Weg war für eine Frau ihrer Zeit bemerkenswert und zeigt, wie intelligent, entschlossen und wissenschaftlich interessiert sie war. Sie war mit Albert Einstein in einem intensiven Austausch über Physik, und es ist naheliegend, dass diese Gespräche sein Denken begleitet und bereichert haben. Gleichzeitig sollten wir vorsichtig sein mit Behauptungen, die historisch nicht eindeutig belegt sind. Mir geht es nicht darum, ihr Leistungen zuzuschreiben, die wir nicht sicher nachweisen können, sondern darum, sie als das sichtbar zu machen, was sie zweifellos war: eine gebildete, naturwissenschaftlich begabte Frau, die in Einsteins Leben und intellektuellem Umfeld eine wichtige Rolle spielte. Deshalb wird Mileva Marić im Discovery Center nicht nur als Einsteins erste Ehefrau vorkommen, sondern auch als Frau mit eigener wissenschaftlicher Biografie – und als Beispiel dafür, wie schwer es in dieser Zeit sein konnte, wissenschaftliche Begabung, Familie und fehlende finanzielle Mittel miteinander zu vereinbaren.
MH: Ihr Konzept gliedert sich in vier "Dimensionen" – Einsteins Leben, Genialität, Wirken und Träume. Können Sie beschreiben, wie diese ineinandergreifen und was Besucher konkret erwartet?
NHD: Das Discovery Center verfolgt ein zentrales Ziel: Einsteins wissenschaftliche Errungenschaften einem breiten Publikum näherzubringen. Das gelingt nur, wenn seine revolutionären Gedanken nicht isoliert betrachtet werden, sondern in ihrer ganzen Breite erfahrbar sind – also seine Physik, die daraus entstandene Technik, seine Werte, sein Weltbild und seine Wirkung auf die Zukunft. Genau deshalb gliedert sich unser Konzept in verschiedene Dimensionen, die ineinandergreifen und zusammen ein lebendiges Bild von Albert Einstein entstehen lassen. Besucherinnen und Besucher sollen Einstein in diesem weltweit einzigartigen Discovery Center auf eine Weise begegnen, die dem Physiker und Weltbürger gerecht wird: mit Spaß, Freude am Lernen, Neugier, kritischem Nachdenken und einem bewussten Verantwortungsgefühl für unsere Welt. Konkret geht es um Einsteins Physik und die daraus entstandenen technischen Entwicklungen, um sein Leben und Wirken als Pazifist, politischer Mensch, Musiker, Bürgerrechtler, Nonkonformist und Ikone, um seine Freundschaften und Familienverhältnisse sowie um große Zukunftsthemen. Diese Inhalte werden nicht nur erklärt, sondern an neuartigen Erlebnis- und interaktiven Ausstellungsstationen unmittelbar erfahrbar, entdeckbar und verständlich gemacht. So entsteht eine interessante, fröhliche und emotionale Auseinandersetzung mit Einsteins wissenschaftlichem Werk. Sie soll vor allem junge Menschen für MINT – also Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik – begeistern und zeigen, dass neue Ideen und ihre Umsetzung die Menschheit seit jeher vorangebracht haben.

Foto: Visualisierung des Albert Einstein Discovery Center Ulm nach einem Entwurf von Daniel Libeskind – im Hintergrund das Ulmer Münster
MH: Geplant sind interaktive Experimentierstationen zu physikalischen Themen aus Einsteins Arbeiten wie Licht, Energie, Masse, Zeit und Gravitation – wie stellen Sie sicher, dass komplexe Physik wie die Relativitätstheorie auch für Laien und Kinder verständlich wird?
NHD: Unser Ausstellungskonzept entsteht bewusst nicht nur aus der Perspektive von Physikerinnen und Physikern. Daran arbeiten Menschen mit sehr unterschiedlichen Hintergründen mit – von Sozialwissenschaftlerinnen und Sozialwissenschaftlern über Ingenieurinnen und Ingenieure bis hin zu Grundschullehrkräften. Genau diese Vielfalt ist wichtig, damit wir komplexe Themen nicht nur fachlich korrekt, sondern auch verständlich, lebendig und altersgerecht vermitteln können. Außerdem werden wir die Ausstellungen mit verschiedenen Zielgruppen erproben: mit Familien, Jugendlichen, Schulklassen, interessierten Laien und auch mit Expertinnen und Experten. So können wir überprüfen, ob die Inhalte auf unterschiedlichen Niveaus funktionieren. Unser Ziel ist, dass Besucherinnen und Besucher nicht das Gefühl haben, vor komplizierter Physik zu stehen, sondern dass sie selbst entdecken, ausprobieren und Schritt für Schritt verstehen können, worum es bei Einsteins Physik geht.
MH: Unter "Einsteins Träume" denken Sie auch Zukunftsthemen wie Quantencomputer, KI oder Kernfusion mit, sogar mögliche Kooperationen mit Institutionen wie der ESA/NASA werden genannt. Wie realistisch sind solche Partnerschaften, und wie wichtig sind sie für das Center?
NHD: Ich bin überzeugt: Wir werden solche Partnerschaften schaffen. Sie entstehen, wenn Menschen und Institutionen verstehen, wie bedeutend Einstein für die Vergangenheit war – und wie aktuell seine Gedanken bis heute sind. Genau darum geht es beim Discovery Center: Einsteins Denken mit den großen Zukunftsthemen unserer Zeit zu verbinden und daraus neue Begeisterung, neue Kooperationen und neue Perspektiven entstehen zu lassen.
MH: Der Entwurf von Stararchitekt Daniel Libeskind wurde im November 2024 vorgestellt – was hat Sie an diesem Entwurf und dem "Sattelpunkt"-Prinzip, das direkt auf Einsteins Physik verweist, besonders überzeugt?
NHD: Schon beim ersten Blick auf den Entwurf von Daniel Libeskind war ich überzeugt: Dieses Gebäude ist genau das richtige Zeichen für das Discovery Center. Es ist nicht nur ein architektonischer Blickfang für Besucherinnen und Besucher der Stadt Ulm, sondern seine Form steht auch in einem direkten Zusammenhang mit Einstein selbst. Der Sattelpunkt – also ein Punkt, der in einer Richtung minimiert und in der anderen maximiert ist. – ist ein mathematischer Begriff. Zugleich erinnert die Form an eine zentrale Vorstellung der allgemeinen Relativitätstheorie: Raum ist nicht starr, sondern eine biegsame, elastische Struktur, die sich unter dem Einfluss von Masse krümmt und verformt. Genau diese Ideen übersetzt Libeskinds Entwurf in Architektur. Damit entsteht in Ulm nicht einfach ein Gebäude, sondern ein architektonisches Juwel mit großer symbolischer Kraft. Einstein war außergewöhnlich – und dieses Gebäude soll es ebenfalls sein. Ich bin überzeugt, dass das Discovery Center Ulm international sichtbar machen kann, ähnlich wie das Guggenheim Museum in Bilbao zu einer neuen weltweiten Wahrnehmung der Stadt beigetragen hat.

Foto: Symbolkraft: Der Entwurf von Stararchitekt Daniel Libeskind für das Albert Einstein Discovery Center Ulm besticht nicht nur als Blickfang, seine markante Form steht auch in direktem Bezug zu Einstein selbst.
MH: Wie kam es zur Standortentscheidung für das ehemalige SWU-Verwaltungsgebäude K1 an der Karlstraße, und welche Vorteile bietet dieser Platz gegenüber den zuvor diskutierten Alternativen?
NHD: Die Posthalle erwies sich für das Discovery Center nicht als der richtige Standort. In den anschließenden Gesprächen mit der Stadt brachte der damalige Ulmer Oberbürgermeister Gunter Czisch den Standort am K1 ins Spiel – ein Vorschlag, der sich schnell als großer Gewinn für das Projekt zeigte. Das Gelände verbindet nahezu alles, was ein solches Haus braucht: eine zentrale Lage, hervorragende Erreichbarkeit, starke Sichtbarkeit und ein außergewöhnliches städtebauliches Potenzial. Auch unser weltbekannter Architekt Daniel Libeskind war von diesem Ort sofort überzeugt. Dass der heutige Oberbürgermeister Martin Ansbacher inzwischen eine Absichtserklärung unterzeichnet hat, ist ein wichtiges Signal für die weitere Realisierung. Der neue Standort liegt direkt an der neuen Straßenbahnlinie, ist nur fünf Gehminuten vom Hauptbahnhof entfernt, umfasst rund 13.500 Quadratmeter und bietet einen eindrucksvollen Blick auf das Ulmer Münster. Gleichzeitig wird er nicht durch umliegende Gebäude beeinträchtigt. Das Discovery Center kann diesen Bereich der Stadt deutlich aufwerten und schon von der Stadteinfahrt über die B10 aus sichtbar werden. Für uns kommen hier alle entscheidenden Argumente zusammen: Lage, Größe, Sichtbarkeit, architektonische Qualität und die Chance, einen neuen besonderen Ort für Einstein in Ulm zu schaffen.
MH: Mit der Aktion "Ein Stein für Einstein" haben Sie ein Crowdfunding gestartet, bei dem Unterstützer ein Stück von Einsteins Geburtshaus erhalten – wie wichtig ist diese Form der Bürgerbeteiligung für die Finanzierung, und wie ist der aktuelle Stand?
NHD: Menschen aus aller Welt können uns unterstützen und erhalten dafür ein Stück aus Einsteins Geburtshaus. Diese Unterstützerinnen und Unterstützer werden im Discovery Center gewürdigt. Uns ist wichtig, nicht nur einzelne wohlhabende Sponsorinnen und Sponsoren zu gewinnen, sondern auch viele Bürgerinnen und Bürger, die das Projekt mittragen. Gerade diese breite Beteiligung zeigt auch größeren Förderern, dass das Vorhaben bei vielen Menschen ankommt und der Verein Rückhalt in der Bevölkerung hat.

Foto: "Ein Backstein, ein Konterfei, ein Stück Geschichte: Mit der Aktion "Ein Stein für Einstein" wirbt das Albert Einstein Discovery Center Ulm e.V. um Unterstützer für sein Bauvorhaben.“
MH: “Mit inzwischen vier – bald sogar fünf – Nobelpreisträgern als Schirmherren, darunter Wolfgang Ketterle und Anton Zeilinger, haben Sie prominente wissenschaftliche Unterstützung für das Projekt gewonnen. Wie hilft Ihnen dieses Renommee bei der Realisierung des Centers, und wie sind Sie an diese Persönlichkeiten herangetreten?
NHD: Die Unterstützung durch die Nobelpreisträgerinnen und Nobelpreisträger gibt dem Projekt eine wichtige Glaubwürdigkeit und zeigt: Wir meinen es ernst. Es gibt nicht viele Vereine in Ulm oder in der Region, die auf eine solche wissenschaftliche Rückendeckung verweisen können. Einige der Preisträger kenne ich persönlich. Entscheidend ist aber: Wenn ich ihnen erzähle, was wir mit dem Discovery Center vorhaben, sind sie sehr schnell überzeugt. Sie erkennen sofort, dass dieses Haus der richtige Weg ist, um Albert Einstein angemessen zu würdigen und seine Physik einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Ich gehe dabei auch ganz direkt vor: Ich bin nicht scheu, solche Persönlichkeiten einfach anzusprechen und für die Idee zu gewinnen. Dass inzwischen vier – und bald sogar fünf – Nobelpreisträger das Projekt unterstützen, ist für uns ein starkes Signal und zugleich eine große Ermutigung.

Foto: Prof. Dr. Anton Zeilinger, Physik-Nobelpreisträger, unterstützt als Schirmherr das Albert Einstein Discovery Center Ulm.""Prof. Dr. Anton Zeilinger, Physik-Nobelpreisträger, unterstützt als Schirmherr das Albert Einstein Discovery Center Ulm. (Foto: Jacqueline Godany)
MH: “Ursprünglich hatten Sie eine Fertigstellung bis 2029 angepeilt, zu Einsteins 150. Geburtstag – dieses Datum ist inzwischen nicht mehr realistisch, eine neue, definitive Planung gibt es aber noch nicht. Wie ist der aktuelle Stand von Kostenschätzung und Zeitplan, gerade da laut Berichten ein Baubeginn erst nach 2030 möglich erscheint – und was sind aus Ihrer Sicht die größten Hürden bis zur Eröffnung?“
NHD: Eine belastbare Kostenschätzung wird erst nach Abschluss der nächsten Planungsphase mit Studio Libeskind möglich sein. Auch der Zeitplan hängt von mehreren Rahmenbedingungen ab: Zunächst muss die SWU an ihren neuen Standort umziehen, anschließend ist eine Altlastensanierung des Grundstücks erforderlich. Diese Sanierung kann nicht während der Landesgartenschau 2030 in Ulm stattfinden. Das sind die äußeren Voraussetzungen, mit denen wir arbeiten müssen. Parallel dazu treiben wir das Projekt aber konsequent weiter voran: Wir arbeiten derzeit intensiv am Ausstellungskonzept und sind dabei, weitere Finanzierungspartner zu gewinnen. Eine der größten Herausforderungen besteht darin, Menschen in Deutschland davon zu überzeugen, dass ein Albert Einstein Discovery Center tatsächlich auch privat finanziert werden kann. Es ist außergewöhnlich, dass nicht der Staat, sondern ein Verein ein solches Projekt auf den Weg bringt. Gerade darin liegt aber auch eine besondere Stärke: Das Center entsteht aus bürgerschaftlichem Engagement, wissenschaftlicher Überzeugung und dem Wunsch, Einstein in seiner Geburtsstadt endlich den Ort zu geben, den er verdient.
Interview und Autor: Markus Hofmann I VÖ: Tabula Rasa Magazin